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Enniger HILFT Kindern – Helfen SIE mit!

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Enniger – Die Tradition hat ihren Ursprung in der Rumänienhilfe, dem Vorgänger von „Enniger HILFT Kindern“. Mit Hilfstransporten ins rumänische Donaudelta lindern die Ennigeraner seit über 20 Jahren die immer noch große Not in den Waisenhäusern“, so heißt es auf der Internetseite des Vereins. Auch in diesem Jahr organisiert der Verein wieder einen Hilfsgütertransport nach Rumänien. Seit 1991 wurden bei rund 11 Transporten über 590 Tonnen Hilfsgüter nach Rumänien gebracht, davon alleine 40 Tonnen im Jahr 2012.

Die Idee stammt aus dem Jahr 1989, als die Schützenbruderschaft Enniger sich zusammengesetzt und überlegt hatte, etwas Gutes zu tun. Den Erlös aus dem Weihnachtsmarkt im Jahr 1990 in Höhe von 12.000 DM spendete man dem Deutschen Roten Kreuz für die Russlandhilfe. Der Grundstein war gelegt. Doch man wollte mehr tun als nur Geld spenden.

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Die Reiseroute

Rudolf Fissahn, 1. Vorsitzender und Initiator des Vereins, erinnert sich noch heute gut an die erste Fahrt ins Donaudelta in Rumänien im Jahr 1992. Die Missstände in den Kinderheimen dort waren katastrophal. Jedes deutsche Gefängnis sei besser ausgestattet als die Unterkünfte dort, und da lebten Kinder; vernachlässigt und traumatisiert – unter menschenunwürdigen Verhältnissen. Mit zwei LKWs sowie einem Wohnmobil zur Selbstversorgung waren die acht Männer aufgebrochen. Mit zwei Übernachtungen in Ungarn und Bukarest waren sie nach drei Tagen endlich da. Mit dabei: Grundlebensmittel wie Reis und Nudeln, Kleidung, Möbel sowie Süßigkeiten für die Kinder. Ganze Dörfer habe man damit versorgt. „Man kann sich vorstellen, wie groß der Andrang war, als wir ankamen. Die Leute hatten Angst, nichts zu bekommen.“

In den nachfolgenden Jahren fuhr die Gruppe nur noch mit Polizeischutz, versorgte Krankenhäuser und Altenheime. „Nachts fuhren wir durch, aus Angst, der Konvoi würde gestoppt werden. In jedem Dorf gab es Polizisten, die uns anhielten.“

Unvergesslich in diesem Zusammenhang auch die Leprastation in Tichilesti. „Alle fürchteten, sich bei den todkranken Patienten anzustecken“, erinnert sich Fissahn. „Außerdem hatten wir Angst vor dem grauenhaften Anblick.“ Tichilesti war zu dieser Zeit die noch einzige existierende Leprastation in Europa. Heute gibt es diese Station nicht mehr; alle Patienten sind mittlerweile verstorben. „Dank des Josef-Stiftes in Sendenhorst konnten wir Lepramedikamente verteilen, zu denen die Menschen sonst keinen Zugang gehabt hätten.“

„Am Ende wird es gut rauskommen.“

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Rudolf Fissahn beim Verteilen im Heim

Im Oktober 2010 gründete man aus steuerrechtlichen Gründen den Verein „Enniger hilft Kindern“ und einigte sich darauf, das Hauptaugenmerk auf die Hilfe für rumänische Kinder in den Heimen zu legen, da es in den vergangenen Jahren zu regelrechten Ausschreitungen bei der Verteilung in den Dörfern gekommen war. Aufmerksam wurde man auf ein Kinderheim im 2.382 Kilometer entfernten Tulcea, einer Stadt mit 90.000 Einwohnern am Schwarzen Meer, wo insgesamt 320 Kinder, Waisenkinder sowie Kinder aus Großfamilien im Alter von 0 – 18 Jahren wohnen.

Der Verein, der mit 25 Mitgliedern startete und aktuell 216 Mitglieder hat, unterstützt jedoch nicht nur die Kinderheime mit dem Nötigsten, sondern sorgt auch für bessere Rahmenbedingungen in den Heimen. „Wir haben schon Solaranlagen montiert, Betten aufgebaut sowie sanitäre Anlagen ausgestattet“, erinnert sich der Vorstand, denn den Kindern fehlt es an grundlegenden Dingen. Zahnpasta, Wechselkleidung und saubere Bettwäsche sind Luxus. „Wenn wir ankommen, bekommt jedes Kind persönlich von uns eine Tüte überreicht, in der verschiedene Hygieneartikel sowie Süßigkeiten sind. So wissen wir, dass die Hilfe auch bei jedem Einzelnen ankommt.“

Enniger hilft Kindern Kind

rumänisches Waisenkind

Für uns selbstverständlich, im Kinderheim in Rumänien etwas ganz Neues: „Es gab nur kaltes Wasser. Warm duschen kannten die nicht, bis wir die Solaranlage montiert haben“, erzählt Thomas Meinberger, ebenfalls im Vorstand. „Das hat das Leben im Heim wesentlich positiv beeinflusst.“

Besonders in Erinnerung bleiben den fleißigen Helfern die Begegnungen mit den Heimkindern. „In einem Jahr hatten wir Basketballkörbe montiert und sind danach gegen die Kinder angetreten. Wie haben die sich gefreut.“

„Unser größter Dank ist das Leuchten in den Augen der Kinder.“

Auch an wenig positive Erlebnisse erinnern sich die Vorstandsmitglieder, wenn auch nicht gerne. „Im Jahr 2012 musste der Transport in den Sommer verschoben werden. Es erwarteten uns 40 Grad sowie eine Mückenplage.“

Nach den Transporten erhält der Verein oft Briefe aus den Kinderheimen, die von ihrem Kontaktmann ins Deutsche übersetzt wurden. Sie wurden von Kindern geschrieben, die ihre Dankbarkeit den „Roten Engeln“ übermitteln wollen, wie sie die Ennigeraner liebevoll nennen. Anfangs waren die roten Overalls nur als Erkennungszeichen beim Zoll und an den Grenzen gedacht; heute sind sie ein regelrechtes Markenzeichen der Truppe aus dem kleinen Dorf im Münsterland.

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Die Roten Engel aus Enniger

Besonders dankbar sei man für die Unterstützung eines großen Bekleidungsunternehmens aus Marienfeld, das dem Verein beim letzten Transport über 5000 Kleidungsstücken gespendet hat. Nennenswert sind auch die Krankenhäuser in Sendenhorst und Ahlen, die dem Verein seit Jahren ausgediente Krankenbetten überlassen. Ein ebenso großer Dank geht an die Enniger Frauen, die die gesammelten Kleiderspenden verpacken.

„Man muss einen langen Atem haben.“

Mittlerweile hat sich die Infrastruktur in Rumänien erheblich verbessert. Der Verein hofft, einen kleinen Beitrag zur Linderung der Not in diesem Land beitragen zu können, und wird dies auch in den nächsten Jahren tun.

In diesem Jahr standen dem Verein 35.000 Euro zur Verfügung, um den Transport zu organisieren. Rudolf Fissahn weist darauf hin, dass dieses Geld hauptsächlich aus dem Reinerlös der vergangenen Weihnachtsmärkte sowie aus Spenden stammt.

Lange, bevor die Reise nach Rumänien angetreten wird, gilt viel zu organisieren. „Unser Kontaktmann in Rumänien, Richard Wagner, lässt uns eine Liste mit Dingen zukommen, die in den Kinderheimen dort dringend benötigt werden. Wir versuchen, möglichst viele Wünsche zu erfüllen, aber es geht eben nicht alles.“, erklärt Fissahn. „Unser Packmeister Wolfgang Bönisch organisiert die LKWs, die von einer Nutzfahrzeugfirma aus Beckum sowie einem Ennigeraner Unternehmen kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Das Wohnmobil, in dem die Mannschaft während der Fahrt lebt, kocht und schläft, wird von einem Münsteraner Reisemobilunternehmen bezogen.

Enniger hilft Kindern Gruppenbild

Gruppenbild

Doch mit dem Transport alleine ist es nicht getan. „Haben wir hier in Enniger Gabelstapler und ähnliches Gerät zum Verladen zur Verfügung, muss in Rumänien alles von Hand abgeladen werden. Den Zahnarztstuhl bzw. die Schultafel, die vor ein paar Jahren dem Kinderheim übergeben wurde, waren sehr unhandlich und mussten mit gleich mehreren Mann vom LKW abgeladen werden“, erinnert man sich.

Und so können Sie helfen:

Bevor es losgeht, am Freitag, den 25. April 2014 um 17:00 Uhr, können an der Hauptstraße 57 in Enniger noch folgende Sachen abgegeben werden:

  • Ausgediente Krankenbetten
  • Kinderfahrräder und Fahrräder
  • gut erhaltenes Spielzeug
  • Inliner, Badmintonschläger sowie andere Sportmaterialien
  • Schulmaterial wie Malkasten und Stifte, Schultaschen, Papier und Hefte, Zirkel
  • Küchenutensilien
  • Hygieneartikel sowie
  • Grundnahrungsmittel wie Reis, Nudeln, Bohnen, Zucker und Mehl.

Auch Geldspenden sind herzlich willkommen:

  • BLZ: 412 613 24 Volksbank Enniger
  • Kontonummer: 500 123 000
  • Stichwort: Enniger hilft Kindern

LogoWeitere Informationen finden Sie im Internet unter www.enniger-hilft-kindern.de

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